Die besten Winzer und Weine des Jahres

Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und selbstverständlich ist das die Zeit der Bestenlisten. Wann sonst …

Sie ist natürlich immer restlos subjektiv, die Sache mit dem Geschmack. Vor allem dann, wenn es um Größe geht, wenn es darum geht, was einen berührt und was nicht. Großer Wein muss mich packen und mitreißen. Es langt für mich nicht, wenn er einfach nur gut gemacht ist. Ich will Gänsehaut, ich will dieses eine besondere Kribbeln spüren und den unbedingten und sofortigen Reflex, den Wein leer trinken zu wollen. Ergo sind die nachfolgenden Zeilen genau als das zu verstehen, wie ich es eben beschrieben habe. Subjektiv, hoch emotional und geprägt von Sympathien – zumindest in Deutschland und Österreich…

Mein Winzer des Jahres

Matthias Knebel, Weingut Knebel, Winningen

knebelWenn es einer schafft auf allen Ebenen grandiose Weine zu produzieren, die sowohl fordern, als auch sofortigen Trinkreflex auslösen, dann ist er ein Großer. Wenn er dabei noch durch und durch sympathisch ist und sich der Folter des Steillagenweinbaus aussetzt, dann ist er ein ganz Großer und ihm gebührt allergrößten Respekt. So ist das mit Matthias Knebel und deswegen ist er mein Winzer des Jahres. Er bringt Finesse ins Glas, Eleganz und Trinkspaß, wie es beinahe kein zweiter kann. Keiner der Weine ist „verkopft“ – alles ist glasklar und brillant. Knebel ist lange schon über das Stadium des Talents hinaus. Er ist ein großer deutscher Winzer! Weingut Knebel

 

Meine Entdeckung des Jahres

Bischöfliches Weingut, Rüdesheim

Peter Perabo hat hier in den vergangenen Jahren ein veritables Juwel aufgebaut. In den besten Assmannshäuser und Rüdesheimer Lagen produziert er Pinots und Riesling, die an Finesse und Klarheit kaum zu überbieten sind. Das alles quasi beinahe im Verborgenen unter Ausschluss der breiten Öffentlichkeit. Eine Entdeckung, die geteilt werden muss! Hier geht es zu den Weinen

 

 

Mein Weißwein des Jahres

uibel2012 Hundsberg Grüner Veltliner, Weingut Uibel.

Grüner Veltliner ist eine tolle Sache, wenn man ihn mag. Er ist eine tolle Ergänzung zum Riesling, wenn man das mag. Ich mag das oft, nicht immer. Wie das eben so ist. Ganz große Veltliner waren mir meist zu mastig und zu dick. Nicht so die Weine von Uibel aus dem Weinviertel. Hier wird alles miteinander in einer annähernd perfekten Art und Weise verbunden. Kraft und Finesse, Druck und Spiel. Und wenn man die Augen zumacht und nicht weiß, was man trinkt, denkt man, man hätte einen Montrachet im Glas. Irre. Groß! In Deutschland hier erhältlich

 

Mein Rotwein des Jahres

2014 Morstein, Keller

Was gibt es langweiligeres als überkonzentrierte und marmeladige Rotweine ohne Säure. Nichts. Leider war dies ein Trend, nicht nur in der neuen Welt, auch hier bei uns. Immer noch produzieren viele nach dem Motto: „Viel hilft viel“. Beim Pinot hilft das gar nichts. Und deswegen ist Kellers Morstein eine Liga für sich. Keinerlei Überkonzentration, keine Schoko- und Röstaromen. Nur leise Töne, eine enorm straffe Säure und ein aberwitzig dichter Kern. Feinste Kirschfrucht, etwas Kräuter und samtige Tannine, die ihresgleichen suchen. Ein Monument, gemacht für die Ewigkeit! Schwer zu bekommen, leider …

Dirk Würtz Verfasst von:

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