Warum ein Blog?

Als Mitte des vergangenen Jahrzehntes die ersten Blogs im Netz auftauchten wurden sie – bestenfalls – belächelt. Man hielt sie für eine Modererscheinung, wie man überhaupt das Internet für zeitgeistig und damit kurzlebig hielt. Heute, zehn Jahre später, wird die wirkliche Bedeutung dieser vermeintlichen Zeitgeisterscheinung erst richtig offensichtlich. Das Netz ist heute ein fester Bestandteil des Alltags, Normalität quasi, und Blogs gehören schlichtweg dazu.

In manchen Bereichen haben Blogs die traditionellen Medien als Meinungsverbreiter und immer wieder auch als Meinungsführer abgelöst. Im Idealfall ergänzen sich beide. Doch Print ist alles andere als tot, schon gar nicht im special interest Bereich, und Blogs sind auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Aus anfänglichen Grabenkämpfen zwischen Onlinern und den Printlern ist inzwischen ein kollegiales Nebeneinander geworden. Zumindest im Weinbereich. Man akzeptiert sich. Hin und wieder schätzt man sich sogar. Und wenn es richtig gut läuft, wird aus dem Nebeneinander sogar ein Miteinander, wenn der Blogger im Print und der Journalist im Blog auftaucht. Eine wunderbare Ergänzung, nebenbei bemerkt.

Wein ist eher ein langsames Thema. Dabei steht völlig außer Frage, dass es schnell gespielt werden kann. Manchmal sogar muss. Und natürlich ist es auch in gewisser Weise redundant und endlich. Trotz der enormen Vielfalt der Weinwelt gibt es kaum etwas, über das noch nicht ausführlich diskutiert und auch gestritten wurde. Schnell wird im Netz über die „Sau, die durch das Dorf getrieben wird“ geredet. Diese Formulierung fällt immer dann, wenn es wirklich interessant werden könnte. Meistens um eine Diskussion zu beenden, ein Thema als unwichtig abzustempeln oder Allwissenheit zu symbolisieren. Geschenkt! Nebenbei bemerkt ist das aber nichts netztypisches, so war und ist das auch im nicht virtuellen Dorf, auf dem Dorf- oder Kirchplatz – oder in der Zeitung. In der Zeitung kann man nur eben schlecht mit den Lesern diskutieren.

Wir von „Tre Torri“ haben uns mit Haut und Haaren dem Thema Wein verschrieben. Seit vielen Jahren. Unser Metier war und ist das Buch und das Magazin – wir lieben das gedruckte Wort! Aber natürlich erkennen auch wir, welche Möglichkeiten das Netz bietet.

Die FINE wird sich als Magazin auch weiterhin den „zeitlosen Themen“ widmen: die Geschichten über die großartigen und großen Weine und die Menschen zu erzählen, die ihre ganze Begeisterung für diese Weine einsetzen. Mit FINE Der Blog werden wir ab sofort auch im Netz zu lesen sein: Nicht nur über Wein, aber hauptsächlich. Zu aktuellen Weinen und Themen. Mit Meinung und Position. Natürlich in der uns eigenen, gewohnten Art und Qualität.

Dirk Würtz Verfasst von:

3 Comments

  1. Georg O.
    12. Januar 2016
    Reply

    na, dann viel Erfolg!
    🙂

  2. 13. Januar 2016
    Reply

    Das fänd ich wirklich schön, wenn der Blogger im Print und der Journalist im Blog auftaucht. Aber dazu müssen wohl noch manche Grenzen weichen…

    • 14. Januar 2016
      Reply

      @Juliane
      Das ist längst Alltag. Ich bin ja das beste Beispiel dafür

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